Scrollytelling — die Wortkreuzung aus Scrolling und Storytelling — bezeichnet Webseiten, bei denen sich beim Scrollen Inhalte schrittweise aufbauen, Grafiken animieren oder Bilder verändern, sodass ein Text wie eine geführte Erzählung wirkt. Bekannt wurde der Ansatz durch Reportagen der New York Times und ist seither das Lieblingsformat für Jahresberichte, Produktpräsentationen und Agentur-Eigenwerbung.

Für eine journalistische Langstrecke mit Datengrafiken kann das hervorragend funktionieren. Für eine Unternehmenswebsite ist es fast immer die falsche Wahl: aufwendig zu bauen, schwer zu ändern, auf dem Smartphone oft holprig, für Screenreader problematisch und für Besucher, die nur die Telefonnummer suchen, ein Hindernislauf. Die ehrliche Frage vor jedem Scrollytelling-Projekt lautet: Haben wir eine Geschichte, die in dieser Form besser wirkt als als Text mit drei guten Bildern? Meist lautet die Antwort nein.

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