Warenkorbabbruch bezeichnet den Vorgang, dass ein Kunde Produkte in den Warenkorb legt und den Shop verlässt, ohne die Bestellung abzuschließen. Die Quote liegt branchenübergreifend bei rund 70 Prozent — sieben von zehn gefüllten Warenkörben werden nicht gekauft. Das ist normal, aber jeder Prozentpunkt darunter ist bares Geld.

Die Gründe sind gut erforscht und meist hausgemacht: Versandkosten, die erst im letzten Schritt auftauchen; Zwang zur Kontoerstellung; ein Checkout mit fünf Seiten; die bevorzugte Zahlungsart fehlt; die Seite ist auf dem Smartphone umständlich. Jede dieser Ursachen lässt sich beheben, ohne den Shop neu zu bauen. Die als Gegenmittel beliebten Erinnerungs-E-Mails („Sie haben etwas im Warenkorb vergessen“) sind in Deutschland nur mit vorheriger Einwilligung zulässig und lösen das Problem nicht, das zum Abbruch geführt hat. Wer die Abbruchquote senken will, sollte selbst mit dem Smartphone eine Bestellung durchspielen — und zählen, wie oft er dabei etwas eingeben, scrollen oder raten muss.