Ein Gestaltungsraster (Grid) ist das unsichtbare Ordnungssystem hinter einem Layout: eine Anzahl Spalten, feste Abstände dazwischen und Linien, an denen Elemente ausgerichtet werden. Zwölf Spalten sind im Web die übliche Wahl, weil sich daraus Hälften, Drittel, Viertel und Sechstel bilden lassen, ohne krumme Werte zu erfinden.

Der Nutzen ist weniger gestalterisch als organisatorisch: Das Raster nimmt bei jedem neuen Element die Frage ab, wie breit es sein und wo es beginnen soll. Seiten, die ohne Raster entstehen, verraten sich durch Kanten, die um wenige Pixel nicht übereinanderstehen — einzeln kaum zu bemerken, in Summe der Grund, warum eine Seite unruhig wirkt, ohne dass jemand sagen kann, woran es liegt. Auf schmalen Bildschirmen wird das Raster nicht abgeschafft, sondern reduziert, meist auf eine oder zwei Spalten.