Typografie im Web meint die Auswahl und den Einsatz von Schriften auf einer Website: welche Schriftfamilie, in welchen Größen und Gewichten, mit welchem Zeilenabstand und welcher Zeilenlänge. Da eine Website zu über 90 Prozent aus Text besteht, entscheidet die Typografie mehr über den Gesamteindruck als jedes Bild — und mehr darüber, ob Menschen einen Text zu Ende lesen.

Die Grundregeln sind bekannt und werden trotzdem laufend ignoriert: Fließtext auf dem Bildschirm braucht mindestens 16 Pixel, eher 18; Zeilen sollten 50 bis 75 Zeichen lang sein, nicht 120; zwei Schriftfamilien reichen, drei sind schon eine zu viel. Webfonts (Schriften, die vom Server geladen werden) erlauben fast jede Schrift, kosten aber Ladezeit und — bei Google Fonts — je nach Einbindung Datenschutzärger; die Schriftdateien selbst zu hosten ist deshalb Standard. Gute Typografie fällt niemandem auf. Schlechte sorgt dafür, dass niemand liest.