WordPress ist eine beliebte Open-Source Blog-Software, die häufig auch für klassische Websites eingesetzt wird und heute hinter etwa vier von zehn Websites weltweit steckt. Zwei Dinge werden dabei regelmäßig verwechselt: wordpress.org, die Software zum Selbsthosten, und wordpress.com, ein gehosteter Dienst mit Tarifen und Einschränkungen, betrieben von der Firma Automattic. WordPress ist einfach zu installieren und bietet einen großen Pool an vorgefertigten Erweiterungen: für fast jede Anforderung existiert ein Plugin oder ein Theme und man kommt schnell zu einem Ergebnis. Dem verdankt die Software seine Beliebtheit bei Privatanwendern wie auch bei vielen Dienstleistern. 

Der Nachteil an diesem Baukastensystem: Was die Website kann und wie sie aussieht, liegt in der Hand von Code, den andere geschrieben haben. Ein typisches Projekt läuft mit einem gekauften Theme, einem Page Builder und zwanzig bis vierzig Plugins, die alle einzeln aktualisiert werden wollen, sich gegenseitig im Weg stehen können und deren Aktualität und Sicherheit für den Laien nur schwer einzuschätzen sind. Daher wird der Großteil gehackter WordPress-Seiten auch nicht über den Kern angegriffen, sondern über veraltete Plugins. Das ist kein Argument gegen WordPress — der Kern ist solide und wird zuverlässig gepflegt —, sondern eines für Disziplin: nur wirklich notwendige Plugins aus gepflegten Quellen einsetzen, Updates fest eingeplanen oder automatisieren und regelmäßige Kontrollen.

Auch bei der Gestaltung zeigt sich dieser Kompromiss: WordPress bringt viele feste Vorgaben mit, wie eine Seite aufgebaut sein muss, was individuelle Layouts aufwändiger macht als bei schlankeren Systemen. Andere Content-Management-Systeme wie MODX sind von Haus aus wesentlich flexibler und erlauben mehr Freiheit, eine Seite genau so zu bauen, wie man sie sich vorstellt — ohne gegen ein vorgegebenes Gerüst arbeiten zu müssen. Bei WordPress lässt sich das meist mit einem passenden Theme oder Page Builder auffangen, echte Sonderwünsche treiben den Aufwand jedoch spürbar nach oben.